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Lwiw. Kriegsmuseum
Ekaterina Shapiro-Obermair / Alexandra Wachter

Seit 2014 beschäftigt die Ukraine-Krise die internationale Politik. Im Zuge des Konflikts zwischen pro-europäischen und pro-russischen Kräften spitzten sich auch in Europa die ideologischen Spannungen zu, wobei herkömmliche Vorstellungen von Faschismus und Antifaschismus zunehmend durcheinander geraten. Die Ukraine selbst ist gekennzeichnet durch einen anhaltenden Kampf um Identitäten und Nationalismen, bei dem die bis dato nicht aufgearbeitete Geschichte ebenso heiß umkämpft wird wie ostukrainische Territorien.

Das westukrainische Lwiw gilt als Bollwerk des radikalen ukrainischen Nationalismus. Die nebeneinander existierenden Narrative zum Zweiten Weltkrieg schließen sich dabei in der ehemals multikulturellen Stadt scheinbar gegenseitig aus. Die Künstlerin Ekaterina Shapiro-Obermair und die Historikerin Alexandra Wachter haben im Rahmen intensiver Feldforschungen einen Dialog zu lokalen Communities aufgebaut und die jeweiligen Museen und Monumente besucht. Sie gehen der Frage nach, welche Überschneidungen es zwischen der ukrainischen, den sowjetischen, den jüdischen und den polnischen Gedenkkulturen gibt. In ihrer interdisziplinären Recherche spielt die Erforschung des Visuellen eine zentrale Rolle und wird auch die aktuelle ukrainische Geschichtspolitik ins Visier genommen.